Chronik der Innung

Die kleine Chronik des Kölner Stuckateurhandwerks

Seitdem es Menschen gibt, mußten diese irgendwo wohnen. Sie mußten sich vor den äußeren Einflüssen, wie Regen, Schnee, Sturm, Sonne schützen. Erst suchten sie Unterschlupf in Höhlen, danach bauten sie sich Hütten aus Holz und später Häuser aus den verschiedensten Materialien.

In unseren Breiten baute man schon sehr früh Häuser aus dem Material Stein. Dort fühlte man sich sicher und wohl. Um sich die Umgebung, in der man wohnte, zu verschönern, wurden die gemauerten Wände zum Teil zusätzlich verputzt.

Im Laufe der Zeit wurden dazu die verschiedensten Materialien verwandt. Der Putz wurde nicht nur in den Räumen, sondern auch auf die Außenwände aufgebracht.

Nach und nach wurde der Putz verfeinert und durch das Hinzuziehen edlerer Materialien in die verschiedensten Formen und Gebilde gebracht.
Durch steigenden Komfort und höherer Anforderungen kristallisierten sich "Spezialisten" heraus.Diese nannten sich Stuckateure.
Wenn wir uns in unserem Raum umsehen, finden wir ausreichende Beweise für die kunstvolle Arbeit der "alten Stukkateure". Ein herausragendes Zeugnis dieser Stuckateurkunst ist das Brühler Schloß Augustusburg und hier vor allem das Treppenhaus. Dieses Treppenhaus, nach den Entwürfen des Baumeisters Balthasar Neumann erbaut, gilt als eines der schönsten Treppenhäuser der Welt. Betrachtet man hier die Leistung und das Können der damaligen Stukkateure, so kann man mit recht von einem künstlerischen Beruf sprechen.

Diese damaligen Stuckateure waren am Anfang kleinere Abteilungen, die mit anderen Handwerksberufen, wie z.B. Maurer, Steinmetzer und Bildhauer, zusammmengeschlossen waren. Im Laufe der Zeit wurde aus dem Putzen und Stucken ein eigenständiges Gewerk.
Das Wissen und das handwerkliche Geschick dieses Gewerkes wurde jahrhundertelang von den Alten" auf die jungen" übertragen. Die Fähigkeiten wurden im eigenen Betrieb erlernt und durch die Wanderschaften der Gesellen erweitert und vertieft.

Viele andere Handwerksbetriebe vereinigten sich schon früh in die jeweiligen Innungen. Auch die Stuckateure hatten das Bestreben, sich in einer solchen Vereinigung zusammenzutun. Bereits 1883 gründeten die Stuckateure in Köln die "Vereinigung der Stuckgeschäfte in Cöln". Die Vereinigung schloß sich ab diesem Zeitpunkt der "lnnung der Maurer- und Steinmetzer" Cöln an. Es zeigte sich jedoch bald, daß die Stuckateure in dieser Innung nicht so vertreten wurden und die Interessen sowie die Belange nicht sehr übereinstimmten.

So taten sich einige Stuckateurmeister zusammen und gründeten 1898 die "Innung der Stuckateure, Gipser und Putzer Cöln". Ihre Sprecher waren die Herren Hunzinger und Arendt. Diese neue Cöln-Innung schloß sich dem "Verband - Cölner Innungen" an. Aus diesem Innungs-Verband entstand später die heutige "Kreishandwerkerschaft".